Buch

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Isidor Stockinger hielt die Erlebnisse von seiner Zeit in Krieg und Gefangenschaft in
einem kleinen Notizbuch fest und schrieb sie im Nachhinein detailliert nieder. Die ­subjektiv gefärbten Aufzeichnungen berichten vom schmerzvollen Verlust von ­Kameraden, dem harten Lagerleben in Sibirien und der Steppe Kasachstans, misslungenen Fluchtversuchen, Bürgerkriegswirren sowie der ­Hoffnung auf Friede und Heimkehr. Nebenher erzählt die Geschichte auch von unbekannten Gebieten, die von Sibirien bis zum Schwarzmeergebiet ­reichen, fremden Kulturen wie Reiternomaden und russischen Bauern ­sowie engen Freundschaften.

Die Grundlage für unsere Auseinandersetzung bildete eine von Herta ­Derfler, der Tochter Isidor Stockingers, aus der Kurrentschrift übertragene und korrigierte Version des Tagebuchs, die wir mit Interesse gelesen haben­. Um diese spannenden und bewegenden Schilderungen unseres entfernten Verwandten einem breiten Leserkreis zugänglich und ­greifbar zu machen, haben wir den Originaltext für dieses Buch neu transkribiert und kommentiert.

HOF_buch

Einleitend kontextualisiert der Historiker Wolfgang Galler Stockingers ­Erlebnisse innerhalb der Ereignisse des Ersten Weltkriegs mit einem ­speziellen Blick auf die Lage in Seitenstetten. Den Hauptteil des Buchs ­bildet der von uns kommentierte Bericht Isidor Stockingers, der seine ­Lebensgeschichte grob von seiner Geburt im Elternhaus bis zu seiner ­Heimkehr 1921 nachzeichnet, aber erst ab dem Einzug zum Militärdienst ausführlicher wird. Danach wird skizziert, wie sein Leben weiter verlief. Der abschließende Abschnitt thematisiert ­Erlebnisberichte österreichischer Kriegsgefangener in Russland, in die ­Stockingers Aufzeichnungen einzuordnen sind.